Selbstverständnis des Vereins

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Ars vitae steht für eine haltungsorientierte Persönlichkeitsbildung, die den Zustand des Menschseins wie auch den Prozess der Menschwerdung miteinander verbindet.
Die Gleichzeitigkeit von Menschsein und Menschwerdung wird vom Verstand als Paradox wahrgenommen. Dieses umfassende Geheimnis der Gleichzeitigkeit ist ein spiritueller Zugang, der eingeübt und erfahren werden kann.

Spiritualität wird so als anthropologische Lebensessenz jedes Menschen verstanden.

Die Quelle ist in jedem von uns. Das Wesentliche kann nicht geschaffen werden, sondern bleibt ein unverfügbares Geschenk.
Persönlichkeitsbildung entfaltet sich nicht durch äussere Strukturen und Methoden, die morgen schon nicht mehr tragfähig sind, sondern durch eine bewusste innere Haltung. Eine Haltung, die Leben in einer wachen Achtsamkeit und einfühlende Aufmerksamkeit wahrnimmt und sich von dem Geheimnis der Lebendigkeit berühren und inspirieren lässt.

Persönlichkeitsbildung braucht den Erfahrungsweg, der über den Verstand hinausgeht, ihm aber nicht widerspricht. Sie entwickelt sich aus und auf dieser Grundhaltung und bringt das Leben in uns und durch uns in Bewegung und zur Entfaltung. Diese Lebendig­keit des Lebens in uns zu erschliessen und zu entfalten ist die wahre Kunst des Lebens.

Ars vitae versteht sich in der abendländischen Tradition der Mystik und ihrem Übungsweg der Kontemplation.

Kontemplation ist Persönlichkeitsbildung aus der Stille, die zur Lebenshaltung führt. Die Silbe Kon (lat. Con) im Wort Kontemplation bedeutet das Zusammenfallen von Weg und Haltung. Die Silbe Templum meint den inneren Ort der Entsprechung in uns, wo sich Gegensätze vereinigen.